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1. Was ist die BIS-Zertifizierung nach Scheme X für Indien?

BIS Scheme X ist ein Zertifizierungsschema des Bureau of Indian Standards (BIS) für Maschinen und elektrische Betriebsmittel. Die zugrunde liegende Verordnung – die Machinery and Electrical Equipment Safety (Omnibus Technical Regulation, OTR) des Ministry of Heavy Industries (MHI) – wurde am 14.01.2026 vollständig zurückgezogen. Eine gesetzliche Pflicht zur BIS-Scheme-X-Zertifizierung besteht damit nicht mehr.
BIS Scheme X ist ein Zertifizierungsschema des Bureau of Indian Standards (BIS), das im Rahmen der BIS (Conformity Assessment) Regulations 2018 eingeführt und 2022 erweitert wurde. Es wurde speziell für Maschinen und elektrische Betriebsmittel konzipiert, die unter die Machinery and Electrical Equipment Safety (Omnibus Technical Regulation), kurz OTR, des Ministry of Heavy Industries (MHI) fallen – unter anderem Produkte der HS-Kapitel 84 (Maschinen) und 85 (elektrische Maschinen und Geräte).
Ursprünglich sollte Scheme X ab dem 28.08.2025 eine verpflichtende Zertifizierung für alle in der OTR gelisteten Maschinen- und Anlagenkategorien vorschreiben. Nach mehreren Verschiebungen (zuletzt auf den 01.09.2026) hat das MHI die OTR am 14.01.2026 vollständig zurückgezogen. Eine BIS-Scheme-X-Zertifizierung ist damit derzeit nicht gesetzlich vorgeschrieben.
Hersteller können sich weiterhin freiwillig für eine Zertifizierung nach Scheme X entscheiden – etwa um Kundenanforderungen zu erfüllen, sich frühzeitig auf mögliche künftige Regulierung vorzubereiten oder die Produktqualität gegenüber dem indischen Markt sichtbar zu belegen.
BIS Scheme X Zertifizierung auf einen Blick
| Merkmal | BIS Scheme X |
| Gültigkeit des Zertifikats | Freiwillig; License: Erstlaufzeit 3 Jahre, danach verlängerbar, CoC gilt für die jeweilige Lieferung/Fertigung |
| Dauer der Zertifizierung | Individuell, abhängig von Antragsumfang, Audit- und Labortermin (keine gesetzliche Frist mehr) |
| Markierung | BIS Standard Mark mit CM/L-Nummer (bei License) bzw. Angaben gemäß Certificate of Conformity |
| Tests erforderlich? | Ja, in akkreditiertem Labor in Indien gemäß Type A/B/C-Normen |
| Werksaudit erforderlich? | Ja, bei Beantragung einer License; bei CoC in der Regel nicht |
| Follow-Up Prozess | Nur bei freiwilliger License: Nachweis-/Marktüberwachungspflichten analog Scheme I |
2. Welche Zertifizierungsformen gibt es bei BIS Scheme X?
Innerhalb von Scheme X unterscheidet BIS zwei Zertifizierungsformen:
BIS Scheme X – License (Lizenz):
für Hersteller, die ein Produkt kontinuierlich fertigen. Die Lizenz erlaubt die dauerhafte Nutzung des Standard Mark und wird nach erfolgreicher Prüfung und ggf. Werksaudit erteilt; sie ist verlängerbar.
BIS Scheme X – Certificate of Conformity (CoC)
für Maschinen oder elektrische Betriebsmittel, die nicht auf kontinuierlicher Basis produziert werden (z. B. Einzelanfertigungen, Sonderanlagen, Projektgeschäft). Das CoC bestätigt die Konformität für die konkrete Lieferung, ohne dass eine dauerhafte Lizenz erforderlich ist.
3. Welche Produktkategorien sind von BIS Scheme X betroffen?
Die OTR umfasste ursprünglich rund 20 Kategorien von Maschinen und elektrischen Betriebsmitteln, u. a. aus dem Bereich Industriemaschinen, Baumaschinen und Niederspannungs-Schaltgeräte/-Steuergeräte. Da die zugrunde liegende Regulierung zurückgezogen wurde, besteht für diese Kategorien aktuell keine Zertifizierungspflicht mehr nach Scheme X.
Unternehmen, die Produkte aus diesen Kategorien nach Indien liefern, sollten dennoch prüfen:
- ob einzelne Komponenten unter Scheme I oder Scheme II fallen,
- ob Kunden vertraglich eine freiwillige Scheme-X-Zertifizierung verlangen,
- ob das MHI eine erneute, ggf. abgewandelte Regulierung ankündigt.
Wir unterstützen Sie gerne bei der individuellen Einordnung Ihrer Produkte und Ihrer Stückliste.
4. Wie läuft eine BIS-Scheme-X-Zertifizierung ab?
Der freiwillige Zertifizierungsprozess nach Scheme X folgt im Kern dem etablierten BIS-Verfahren:
- Einreichung des Antrags mit den technischen Unterlagen, dem sogenannten „Technical File“, beim BIS.
- Prüfung, ob eine License (kontinuierliche Fertigung) oder ein Certificate of Conformity (Einzelfertigung) beantragt wird.
- Werksaudit durch einen BIS-Auditor.
- Konformitätsnachweis gemäß den einschlägigen Type A-, B- und C-Normen (u. a. IS 16819:2018 / ISO 12100:2010 als Basissicherheitsnorm).
- Erteilung der Lizenz bzw. Ausstellung des Certificate of Conformity.
- Kennzeichnung des Produkts gemäß den Vorgaben von Scheme X.
Da keine gesetzliche Frist mehr besteht, richtet sich der Zeitrahmen individuell nach Antragsumfang und Terminverfügbarkeit von Audit und Labor.
5. Brauche ich als ausländischer Herstekker eine Lokale Repräsentanz (Authorized Indian Representative – AIR)?
Ja. Ausländische Hersteller, die eine Zertifizierung nach Scheme X anstreben, benötigen einen Authorized Indian Representative (AIR) – eine in Indien ansässige juristische Person oder Person mit dauerhaftem Wohnsitz in Indien. Der AIR reicht den Antrag im Namen des Herstellers ein und ist zentrale Kontaktstelle zu BIS. In der Regel darf ein AIR nur einen ausländischen Hersteller vertreten.
Auch wenn Scheme X aktuell freiwillig ist, bleibt die AIR-Pflicht für den Fall einer Antragstellung unverändert bestehen.
6. Folgeinspektionen / Requalifizierung für das BIS Scheme X-Zertifikat
Für Unternehmen, die sich freiwillig für eine License nach Scheme X entscheiden, gelten – analog zu anderen BIS-Lizenzen – wiederkehrende Nachweispflichten:
- Mögliche Folgeaudits im Rahmen der Marktüberwachung.
- Bei Änderungen an Produkt, Fertigungsprozess oder Materialien: Meldepflicht und ggf. zusätzliche Prüfungen (siehe Abschnitt 8).
Da derzeit keine gesetzliche Zertifizierungspflicht besteht, entfällt für nicht-lizenzierte Unternehmen auch die entsprechende Folgeprüfungspflicht.
7. Wie werden Produkte nach BIS Scheme X markiert?
Produkte, die freiwillig nach Scheme X zertifiziert wurden, dürfen mit dem BIS Standard Mark gekennzeichnet werden, sofern eine License erteilt wurde. Zusätzlich wird eine Lizenznummer (CM/L-Nummer) vergeben, die auf dem Produkt bzw. der Verpackung sichtbar anzugeben ist. Bei einem Certificate of Conformity erfolgt die Kennzeichnung entsprechend der im Zertifikat festgelegten Vorgaben, ohne fortlaufende Lizenznummer für Serienfertigung.

8. Änderungen an bestehenden BIS-Scheme-X-Zertifikaten
Folgende Änderungen sind bei einer bestehenden freiwilligen Zertifizierung meldepflichtig und können eine erneute Bewertung erforderlich machen:
- Änderungen am Produktdesign oder -aufbau (z. B. zusätzliche Materialschicht am Gehäuse)
- Änderungen an sicherheitsrelevanten Schlüsselkomponenten (z. B. elektrische Bauteile)
- Änderungen an Rohmaterial oder Materiallieferanten
Diese Regelungen gelten unabhängig davon, ob die Zertifizierung freiwillig oder verpflichtend erfolgt ist. Wer sich für Scheme X entscheidet, unterliegt denselben Sorgfaltspflichten wie unter den BIS-Pflichtschemata I und II.
9. Änderungen von BIS-Scheme-X-Normen
Die für Scheme X relevanten Normen (Type A, B und C gemäß OTR-Rahmenwerk, u. a. IS 16819:2018/ISO 12100:2010) können von BIS und dem MHI fortlaufend angepasst werden. Auch regulatorische Kehrtwenden, wie die Aufhebung der OTR selbst im Januar 2026, zeigen, dass sich der rechtliche Status kurzfristig ändern kann.
10. Was bedeutet BIS Scheme X für Hersteller? Besonderheiten
- Regulatorische Volatilität: Kein anderes BIS-Schema wurde in so kurzer Zeit mehrfach verschoben und schließlich vollständig aufgehoben (Ankündigung 2024 → Verschiebung auf 2025 → auf 01.09.2026 → Aufhebung am 14.01.2026).
- Freiwilligkeit als Chance: Unternehmen können sich unabhängig von einer gesetzlichen Pflicht positionieren, etwa gegenüber Kunden mit eigenen Qualitätsanforderungen.
- Kein Freibrief für die gesamte Stückliste: Die Aufhebung von Scheme X entlastet nicht automatisch Komponenten, die unter Scheme I oder II fallen.
- Beobachtung empfohlen: Angesichts der Historie ist eine erneute (ggf. modifizierte) Einführung einer Pflichtregelung für Maschinen und elektrische Betriebsmittel nicht auszuschließen.
MPR Leistungen
Wir führen Sie schnell und sicher zum Zertifizierungserfolg.
Unser Komplettpaket für Produktzertifizierungen in Indien:
Persönlicher Ansprechpartner für alle Fragen rund um BIS
Klärung der Zertifizierungsanforderungen von Produkten
Vorbereitung und Prüfung der Antragsunterlagen
Bereitstellung eines lokalen Authorized Indian Representative (AIR)
Vorbereitung und Begleitung des Audits
Organisation der Produkttests in Indien
Beratung zur korrekten Markierung Ihrer Produkte
Betreuung bei Lizenzverlängerungen und Folgeinspektionen
Information über Änderungen der BIS Scheme X-Anforderungen
Kontaktieren Sie uns!
MPR India Certification – zuverlässige Beratung und Umsetzung von Zertifizierungsprojekten weltweit.
Häufig gestellte Fragen zur BIS-Zertifizierung für Indien (FAQ)
Nein, aktuell ist die Zulassung nicht verpflichtend: Die zugrundeliegende OTR wurde am 14.01.2026 aufgehoben. Prüfen Sie aber, ob einzelne Komponenten unter Scheme I oder Scheme II fallen. Diese bleiben unverändert pflichtig. Wir unterstützen Sie hierbei gerne.
Da keine gesetzliche Frist mehr besteht, richtet sich die Dauer nach Antragsumfang, Verfügbarkeit von Werksaudit (bei License) und Labortests. Zur Orientierung: vergleichbare BIS-Verfahren mit Werksaudit dauern typischerweise 9–12 Monate ab Antragstellung.
Prüfen Sie frühzeitig die relevanten Type A/B/C-Normen und führen Sie, wo möglich, eine interne Vorab-Konformitätsbewertung durch, um Abweichungen vor der offiziellen Prüfung in Indien zu erkennen.
Bei Beantragung einer License wird die tatsächliche Fertigungsstätte auditiert, an der der qualitätsrelevante letzte Produktionsschritt erfolgt. Reine Vertriebs- oder Lagerstandorte werden nicht auditiert.
Bei einer License mit dem BIS Standard Mark inklusive CM/L-Nummer; bei einem Certificate of Conformity gemäß den im Zertifikat festgelegten Kennzeichnungsvorgaben.
Nein. BIS informiert nicht proaktiv, auch nicht über so weitreichende Änderungen wie die Aufhebung der OTR. Neue QCOs und Normänderungen werden ausschließlich auf Englisch auf der offiziellen BIS-Website veröffentlicht. Ein kontinuierliches Regulatory Monitoring, z. B. durch MPR International, wird empfohlen.
Quellen und Aktualität
Dieser Artikel gibt den Stand vom 02.10.2026 wieder. Grundlage sind die BIS (Conformity Assessment) Regulations 2018, die Mitteilungen des Ministry of Heavy Industries (MHI) zur Omnibus Technical Regulation (OTR) sowie die Veröffentlichungen des Bureau of Indian Standards (BIS). Regulatorische Änderungen veröffentlichen BIS und MHI ausschließlich auf Englisch auf ihren offiziellen Websites.
VIDEO ZUR BIS-ZERTIFIZIERUNG
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